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Kajaktrip nach Afrika

Zu Faul zum Lesen? - Direkt zum Video von 2010 (Youtube)

Der große weiße Nil - jeder Paddler hat früher oder später schon mal von ihm gehört. Legendäre und mächtige Stromschnellen die sich in zahlreiche verschiedene Kanäle aufteilen, warmes Wasser, unvergessliche Naturerlebnisse und einige weltweit einzigartige Freestylespots - so oder so ähnlich lauten die meisten Erzählungen und Geschichten die man schon mal gehört bzw. gesehen hat.

Grund genug dem kalten Winter in Österreich einmal zu entfliehen, sich mit Boot, Paddel und Zelt in den Flieger zu setzen und ins ca. 25-30 Grad warme Uganda in Ostafrika zu fliegen. Also begaben wir (Lukas, Chri, Wöhrli) uns im Februar 2009) uns also auf die spannende Reise nach Afrika.

Nach einer kurzen Eingewöhungsphase (3 Stunden nächtliche Fahrt quer durch Uganda, von Zivilpolisten mit Kalashnikovs angehalten, in der Nacht Zelt aufgebaut,...) war anfängliche Bedenken allerdings schnell vergessen als wir die ersten Sections am Nil paddeln durften. Der Nil teilt sich in 2 Tages Etappen (Day 1 Section, Day 2 Section) die man meistens von verschiedenen Camps aus paddelt. Auf der Day 1 Section gibt es die berühmten Backchannels, wo sich der Nil in viele verschiedene Kanäle aufteilt die alle auf gleicher Höhe verlaufen. So kann man sich eigentlich stundenlang beschäftigen und kann danach einfach zu Fuß zum Campingplatz zurückgehen. Falls man Lust hat etwas weiter zu paddeln (Silverback Run) holen einen die sogenannten Boda Boda Boys. Das sind Jungs auf kleinen Mopeds, die einen für etwas Geld dann zum Campingplatz zurückbringen. Auf gleicher Höhe dieses Rapids ist übrigens das größte und bereits dritte Wasserkraftwerk am Weißen Nil bereits unter Konstruktion. In nächster Zeit wird ab hier der gesamte Nil aufgestaut was eine komplette Zerstörung der oberhalb liegenden Rapids, Inseln und Lebensräume zur Folge haben wird. Das Kraftwerk ist in Uganda selbst teilweise sehr umstritten. Obwohl das Land sichtlich mit großen Elektrizitätsproblemen zu kämpfen kritisieren sehr viele das Projekt, da man sehr an der Effektivität des Kraftwerks zweifelt und der daraus gewonnene Strom wahrscheinlich mit sehr hohen Kosten verbunden sein wird.

Auf der Day 1 Section herrscht auch eine ziemlich aktive Partyszene an der beiliegenden NRE-Bar, wo sich Raftinggäste und Kajaker öfters mal kräftig einen in die Winde gießen und dass auch lautstark zum Ausdruck bringen - muss man mal dabei gewesen sein ;)

Nach der Silverback-Strecke sind teilweise sehr, seeeehr seeehr lange Flachstücke am Nil :) Vereinzelt findet man auch ein paar lustige Rapids wie "Overtime" oder "Chop Suey", oder furchteinflössende wie den sehr schwierigen "Deat Dutchman". Man kann die gesamte Day 1 Section auch gemütlich mit den Rafts mitpaddeln, Safetykayaker zeigen einem die Linien und man wird auch noch mit Ananans bzw. einem Barbeque nach der Tour verköstigt. Den Abschluss der Day 1 Section bildet der legendäre Rapid "Itanda" (Umgangsprachlich "Tod"), der von den Rafter zu 2/3 umtragen wird. Mit dem Kajak ist der Rapid auch ganz fahrbar, allerdings empfiehlt es sich hier beim ersten Mal sehr einen Paddler zu haben der hier schon öfters gefahren ist und einem die Linie vorfährt, sonnst läuft man nämlich sehr Gefahr die Übersicht zu verlieren und in eine oder wahrscheinlich gleich mehrere sehr fette Walzen zu kommen und kräftig aufgemischt zu werden. Der eine oder andere hatte hier bestimmt den Schwimmer seines Lebens (50 Sekunden unter Wasser). Wenn man die Linie jedoch halbwegs gut erwischt ist das ganze eigentilch kein Problem und macht auch richtig Spaß und gibt einem vor allem den nötigen Kick ;)

Auf gleicher Höhe mit Itanda befinden sich in den anderen Kanälen die Rapids Hypoxia (="Sauerstoffmangel im Gehirn", WW V-VI), der nur bei genügend Wasser fahrbar ist und auch dann eher und die Kategorie "Reinfahren und hoffen dass man irgendwie durchkommt" fällt, und Kalagala Falls (WW V), der eigentlich sehr lustig und auch gar kein Problem ist solange man ihn nicht links runter fährt. Hier startet jedenfalls die Day 2 Section, die noch mit ein paar netten Rapids runtergeht bis zur sehr bekannten Paddlerinsel "Hairy Lemon" - eine All-Inclusive-Insel mitten am Nil, ca. 5 Minunten entfernt von 2 der wohl besten Spielwellen der Welt. Das Inselleben besteht eigentlich nur aus Schlafen - Paddeln - Essen - Chillen - Paddeln - Essen - Schlafen, was sehr sorgenfrei und gemütlich ist, aber auch mit der Zeit ziemlich eintönig wird.

In den 3 Wochen am Nil lernten wir eine Menge neuer Leute kennen, zu denen wir auch heute noch sehr viel Kontakt pflegen. Die 3 Wochen waren leider zu schnell um und das nach Hause Fliegen fiel uns allen sichtlich schwer. Aber das Leben ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert und ausserdem nahmen wir alle sehr schöne Erinnerungen und viele neue Bekanntschaften mit nach Hause.

Und nachdem es ja nun doch so schön war im Februar, beschloss Lukas im Dezember noch einmal für 3 Wochen auf den Nil zu fliegen um Freunden zu paddeln. Second run - Double Fun - Auch diese 3 Wochen waren einfach nur genial. Aber nun genug gequaselt, Bilder sagen mehr als Worte, also zieht euch einfach die Videos rein: 

Video alt (Februar 2009)

Video neu (Jänner 2010)


Viel Spaß!

Luki
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