Korsika Trip Ostern 2010
Achtung Achtung: Es folgt ein elendslanger aber hoffentlich sehr unterhaltsamer Reisebericht vom Korsikaausflug 2010. Wenn dir das Ganze zu viel ist und du dir einfach das Video sehen willst, klicke auf den unten stehenden Link.
Vimeo Video Link
Bekannt als eines der schönsten Paddel-Reviere Europas, sollte Korsika bei jedem Paddler ganz oben auf der Liste der Ausflugsziele stehen. Deshalb zieht es im Frühling jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Paddler aus aller Welt auf die schöne Insel.
Korsika bietet hauptsächlich Wildwasser im oberen Schwierigkeitsgrad. Die Flüsse sind meist sehr steil und technisch, was oft dazu führt das schwierige oder uneinsehbare Stellen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Es ist also durchaus keine Seltenheit, dass man für wenige Kilometer am Fluss mehrere Stunden benötigt.
In einer späten Aprilnacht traf sich also unser Trupp bestehend aus Jürgen, Orpi, Eddy, Wöhrli in Trieben um also erster „Stoßtrupp“ mit aller Ausrüstung schon nach Korsika aufzubrechen. Der Rest des Gruppe sollte einige Tage später unten eintreffen. Das Ganze wurde allerdings durch leichte logistische Probleme etwas verzögert, denn es erschien im Dunkeln gar nicht so leicht 9 Boote in Bani`s Renault Traffic zu schlichten. Schon gar nicht wenn man vorher zur Sicherheit schon mal alle Taschen reingestopft hat. Nachdem wir es dann doch endlich schafften, konnten wir uns endlich auf die lange Fahrt zum Hafen in Livorno in Italien machen, wo am Morgen unsere Fähre abfuhr. Energy Drink und Café sei Dank, waren wir auch früher als geplant am Hafen. Auch als Wöhrli sich bei der Hinfahrt als Beifahrer ein paar Minuten Schlaf gönnen wollte, ließ ihn sogleich meine lustige Geschichte über den bereits erlebten Sekundenschlaf bereits wieder fit und munter bei der Sache sein. Die ersten paar „Guten-Morgen-Bier“ am Hafen und der anschließende kitschige Sonnenaufgang vom Dach der Fähre aus ließen uns glatt vergessen dass es vielleicht keine schlechte Idee wäre irgendeine Art von Beschäftigung oder Schlafutensilien auf das Boot mitzunehmen. In meinem Fall wäre eine Jacke schon eine gute Idee gewesen, aber so etwas hatte ich ja generell mitgebracht. Nach erlebten 4 - gefühlten 24 - Stunden Überfahrt waren wir dann endlich in Korsica. Nein! – doch Monte Cristo oder Orpi? Wie auch immer wir kamen jedenfalls doch noch in Bastia, der Hauptstadt von Korsika an. Bei gutem Wetter machten wir uns gleich auf den Weg zu unserem Appartment. Ja, richtig gelesen – Appartment. Jaja ich weiß wir sind Paddler und Paddler campen normalerweise, aber vom Preis her war es ziemlich gleich also wählten wir die gemütliche Variante.
Als auch die „Bettdeckenfrage“ mit unserem blinden Campinplatzbetreiber endlich geklärt war, konnten wir uns auch gleich in unserem neuen Heim einnisten. Bis auf die nicht vorhandene Lüftung im Klo (keine Lüftung, kein Fenster) – was bei 5 Männern zum ernsthaften Problem werden kann, und den Schlafzimmern im Keller bzw. dem „Verließ“ – war es auch ganz gemütlich.
Danach war es Zeit für unsere neue Lieblingsbeschäftigung – dem SCOUTEN! Mit starkem Schlafentzug holten wir uns trotzdem noch voll motiviert erste Eindrücke vom oberen Golo und der Calasima, die allerdings beide noch sehr wenig Wasser hatten.
Am nächsten Tag war das Wetter nicht mehr so fein, doch der Wasserstand zum einpaddeln am Mittleren Golo dafür sehr fein.
Meine persönlichen Gefahrenhinweise für den mittleren Golo:
Achtung vor dem blutsaugenden Staubsauger (…) und Achtung bei Stelle X kurz vor dem Ausstieg – Stein-Schmeißende Korsen mit tödlichen Absichten – unbedingt darauf achten nicht als letzter von allen vorbeizufahren!!
Der Abend verlief wie der Großteil wie sich später herausstellte – Bier, Wein Essen und mindestens 10x der Videoguide vom KayakSessionMagazin.
Am nächsten Tag nahmen wir gleich den Oberen Golo in Angriff (WW 4-5). Nachdem Jürgen ihn noch so gut kannte (er war vor einigen Jahren schon mal in Korsika), war es auch völlig OK weniger Zeit einzuplanen, denn wir würden ja maximal 3 Stunden brauchen. Die Rutschen und technischen Stellen waren traumhaft, und machten bei jedem von uns zum ersten Mal so richtig Stimmung. Beim großen Syphon-Umtrager machten wir wiederum gemütlich Pause – denn Zeit hatten wir ja genug dachten wir. Die Stellen blieben spannend, doch die Stimmung neigte etwas zu kippen nachdem unser Guide zum zweiten Mal schwamm, keiner eigentlich wusste wie lang es genau noch dauert, und Wöhrli zweimal etwas die Line versemmelte. Fehlende Konzentration und Zeitdruck spielten gegen uns, aber der Flussgott war uns wieder einmal gnädig und wir schafften es noch vor dem Dunkel werden nach unten. Im Gegensatz zu unseren Deutschen Kollegen, die es mit dem Scouten etwas zu genau nahmen und deshalb schon bei rund 2/3 der Strecke austragen mussten.
Am nächsten Tag entschieden wir uns aufgrund der Action am Vortag gemütlich die Tavignano Schlucht zu befahren. Ein sehr schönes Erlebnis, vor allem als wir nach einem Bier den Leibhaftigen Jesus mit der Kamera festhalten konnten wie er wieder mal über das Wasser stolzierte (siehe Photo).
Am Abend traf der Rest der Truppe, bestehend aus Bani und Wolf (das Winkler-Trio war also komplett) und Jacky ein.
Am nächsten Tag entschlossen wir uns für eine Fahrt auf dem Asco, was für alle ein guter Kompromiss war und auch zum Einpaddeln für die Neuankömmlinge gut passte. „Mr. Line“ Ally Winkler stellte auch hier wieder seinen Mut unter Beweis, als er als sich als Einziger an einer sehr technischen Stufe probierte. Das Ganze endete zwar in einem Schwimmer, aber den Versuch allein musste man ihm schon hoch anrechnen.
Am nächsten Tag stand ein richtiges Schmankerl am Programm – nämlich „the definition of low volume roadside creeking with steep and technical moves in boulder garden rapids“ – kurz: Restonica. Ein wahnsinnig schöner und abwechslungsreicher Fluss mit einem Gefälle bis zu 100 Promille. Auf alle Fälle ein persönliches Highlight für mich, man sollte den Fluss unbedingt einmal fahren wenn man in Korsika ist. Unsere Gruppe bestand aber nur aus 5 Paddlern, die Anderen fühlten sich nicht fit oder hatten Motivationsschwierigkeiten. Sie übernahmen netterweise das Photographieren und Filmen, was auf der Restonica gut geht da der Fluss direkt neben der Straße verläuft. Allerdings konnte man schon nach wenigen Minuten erkennen, dass alle die sich entschieden nicht zu paddeln diese Entscheidung ziemlich schnell bereuten. Wie im KayakSession-Guide erwähnt ist dieser Fluss wie ein Skatepark für Creekboote – unzählige Stufen, Rutschen und Kombinationen so weit das Auge reicht.
Nach dieser geilen Fahrt entschlossen wir uns am Abend den Griller anzuwerfen. Während wir 1-2 Leute in den Supermarkt zum Einkaufen schickten, entschlossen wir uns ein gemütliches Bier bei dem zugebauten Cafe zu uns zu nehmen. Nur ein schnelles versteht sich.
Nach ca. 8-10 Bieren später (so genau weiß das leider keiner mehr) – wurden wir dann auch höflichst gegangen, da das Lokal schon früh Abends zusperrte. Es folgte eine Geisterbahnfahrt nach Ponte-Leccia, wo wir in irgendeiner Bar mit irgendwelchen Korsen und Napoleon höchstpersönlich (ein kleiner Franzose – was soll man da machen…) uns komische Schnäpse eingossen und unseren Spaß hatten. Der Abend endete für manche früh, für andere wurde das Ganze noch eine Bar-Rundreise in Corte auf der Suche nach einem gewissen „Lokal“.
Nach einem Tag Pause paddelten wir noch einmal den Oberen Golo, diesmal von der 3er Kombi aus. Leider war etwas weniger Wasser aber der Golo machte trotzdem ziemlich Spaß.
Als Abschluss wollten wir eigentlich den Travo fahren, aber leider hatten wir Pech weil es am Vortrag stark regnete und dann das Umtragen und Anschauen am Travo ziemlich schwierig wird. Also fuhren wir zum Fium Orbo, wo wir auf Massimo einen Italiener traffen. Komischerweise brach beim Besichtigen auf einmal eine Massenschluchtphobie aus, weil das letzte Stück des Flusses etwas Klammartig aussah. Deshalb waren wir auch nur zu Dritt, nämlich Jürgen Bani und Ich – und natürlich Massimo der Unerschrockene – die den Fium Orbo paddelten. Es kam natürlich wie es kommen musste, alles war halb so schlimm wie es aussah und der Fium Orbo war eigentlich ein ziemlicher spaßiger Fluss. Bis auf einen längeren Aufenthalt bei einer Prallwand von mir und einem gebrochenen Paddel von Massimo waren keine Schrecksekunden dabei.
Das wars soweit vom Paddeln in Korsika, mit den restlichen lustigen Geschichten will ich euch nicht noch weiter (ist ohnehin schon zu viel) vollreden.
Nur ein kleiner Tipp zum Schluss: Das Menü um 24,- Euro muss nicht unbedingt besser sein als das Menü um 13,- Euro – vor allem nicht wenn man kein Französisch kann und man nicht weiß was man bestellt ;)
CU next year in Corsica! – Travo, Codi und Rizzanesse macht euch gefasst! Janbon Janbon!
Luki
Kommentare
HALLO alle
I gerade erklären begeistert Teil zu sein dieser Webseite.Ich hoffe, wollen genießen mein Aufenthalt here.I auch ein bisschen Verstrickung bis dem Sie
in Naturstein produkte
und lassen Sie Entlastung identifizieren
zurück

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